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Indien - ein Land der Extreme!

Indien - ein Land der Extreme!


Unser Motorrad, Yak, erstrahlt nach der Reparatur in Rishikesh im neuen Glanze. Wir sind guter Dinge, dass wir GOA - im Süden von Indien - ohne weitere technische Probleme erreichen werden. Unser erstes Ziel ist Rajasthan, ein Wüstengebiet im Westen von Indien, das für die besten Motorradstrecken bekannt ist. Tagelang kämpfen wir uns auf mit Kühen, Kamelen, Motorrädern, Bussen und LKWs vollgestopften Straßen Richtung Bikaner. Am gefährlichsten würden wir wohl die LKW-Fahrer einstufen, welche sehr oft stock besoffen, ständig hupend mit Vollgas ausschließlich auf der Überholspur unterwegs sind. Kommt ein LKW entgegen gibt es nur einen Weg um zu überleben; man muss so schnell wie möglich runter von der Straße, wenn nötig auch in den Straßengraben fahren, ansonsten rammen diese Irren alles was ihnen in die Quere kommt. Es vergeht kein Tag, wo wir nicht Augenzeuge wirklich schrecklicher Unfälle werden. Tote Kühe liegen am Straßenrand, Lokalbusse überschlagen im Straßengraben, Jeeps halb ausgebrannt mitten auf der Fahrbahn, um nur einige Beispiele zu nennen. Die ebenfalls verrückten Busfahrer sind wohl die zweitgrößte Gefahrenquelle auf den indischen Highways. Inder streiken auch gerne mal und um Aufmerksamkeit zu erregen, legen sie einen Baum quer über den Highway oder verbiegen Eisenbahnschienen, sodass diese Verkehrswege für unbestimmte Zeit blockiert sind. Im Norden ist die Verkehrssituation katastrophal umso mehr Freude kommt auf, wenn man in das - für indische Verhältnisse - ziemlich verkehrsarme Rajasthan kommt. Die Highways sind gut und man schafft zum ersten Mal über 200km in 8 Stunden. In Jaisalmer und Udaipur können wir uns entspannen und feiern dort Weihnachten und Neujahr. Es geht nun weiter, runter zu den großen Städten wie Ahmadabad und Mumbai. Beide Städte können wir ziemlich gut umfahren und landen dann in einem Ort mit dem Namen "Uran". Der Name an sich hätte uns schon ein Warnsignal sein müssen, doch auf der Karte war dort eine Palme eingezeichnet und ein Einheimischer schwärmte von diesem schönen Ort. Uran befindet sich ca. 50km südlich von Mumbai. Um zu unserem Strandhotel - wenn man diese heruntergekommene, grindige Baracke so bezeichnen kann - zu kommen, müssen wir 2km durch 50cm tiefes, dreckiges Schlammwasser fahren. Stinkiger Schlamm klebt am Yak als wir unser Ziel erreichen. Unweit vom Strand befinden sich Ölbohrinseln und 1km westlich davon eine Ölraffinerie. Das Meer ist schwarz und die Stimmung am Strand gleicht dem Weltuntergang. Man kann sich vorstellen welch angenehmer Duft sich da verbreitet. Früh am nächsten Morgen beschließen wir den vermeintlich schönen Strand im Schweinsgalopp zu verlassen und bewegen uns nun hin zu unserem Endziel im Süden von Indien, nämlich Goa. Dort soll der Strand wirklich schön sein und hier werden wir auch nicht enttäuscht. In Arambol, dem nördlichste Strand von Goa, beenden wir nach rund 5.000km und 100 Stunden am Rücken von Yak unsere Motorradtour durch Indien und verkaufen Yak an sehr nette Engländer. Wir blicken zurück auf eine kaum in Worte zu fassende, abenteuerliche Fahrt durch einen Teil von Indien, welcher uns einerseits landschaftlich sehr gefallen hat aber andererseits stellen wir uns die Frage, ob Indien mit seinem nicht vorhandenen Umweltbewusstsein, seiner korrupten Regierung und der massiven Überbevölkerung überhaupt noch zu retten ist!

Trotz all dieser Dinge ist Indien auf jeden Fall einen Besuch wert, wir haben uns immer sicher gefühlt und würden das Land jederzeit wieder mit dem Motorrad bereisen. Speziell kulturell und historisch hat Indien unglaublich viel Interessantes zu bieten.

eingetragen von Joey am 24.01.2011, 08:44:39 Uhr

 

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